Was ist außer Liebe das Wichtigste in einer Beziehung, damit sie ein Leben lang hält?

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Die meisten Paare machen immer wieder denselben Fehler. Ob im Streit oder in anderen Situationen. Sie entwickeln Respektlosigkeit dem Partner gegenüber. Wenn man den Respekt gegenseitig bewahrt, dann gibt es auch weniger Verletzungen in einer Beziehung. Lieber über alles offen und ehrlich reden. Aber warum ist das so? Warum entwickeln sich so viele Beziehungen in diese destruktive Richtung? Warum entwickelt sich nicht alles einfach ins Positive und die Beziehung wird immer schöner?

Ruth

1. Antwort

Meine Meinung zu diesem Thema ist folgende: Wenn es in einer festen Beziehung nach einiger Zeit kriselt und die Partner den gegenseitigen Respekt verlieren, deutet dies für mich darauf hin, dass die Partner anscheinend von Anfang an nicht optimal zusammen gepasst haben. Sehr wahrscheinlich haben sie es am Anfang einfach ignoriert und nicht auf die kleinen Zeichen geachtet. Im Rausche der Verliebtheit ist so etwas durchaus möglich.

 

Da ist zum Beispiel ein Mann, der eigentlich auf langhaarige, blonde und zierliche Frauen mit blauen Augen steht, die lockere Sprüche drauf hat, temperamentvoll ist und überhaupt ein richtiger Wirbelwind. Am besten sie bewegt sich beim Tanzen wie eine Katze und hat auch sonst ihren ganz eigenen Kopf. So wie hier beschrieben, haben viele Singles sehr konkrete Vorstellungen von ihrem Traumpartner. Jedenfalls steht dann unser Mann da und sagt nur noch: 'Wow, die will ich! Die muss ich haben!'

 

Und dann fängt die Jagd an. Wir kennen es aus der Tierwelt: Wenn der Hirsch eine Kuh jagd, dann schaut er nirgendwo mehr auf seine Umgebung. Er ist blind und jagd nur noch seine Kuh und läuft während dessen nicht selten in ein vorbeifahrendes Auto. So ungefähr können wir uns das beim Menschen auch vorstellen. Der Mann - unser Mann aus dem Beispiel - sieht nur diese Frau, hängt an ihren Lippen, verehrt den Boden auf dem sie geht, ist einfach nur blind verliebt.
Und nun sind die beiden schon eine Weile zusammen, er stolz und glücklich und übersieht einige kleine Dinge an ihr, die erst viel später erst zu einem Problem werden, weil es nicht sofort angesprochen wird. Der Mann mag nichts sagen, sonst könnte seine kleine Prinzessin ja rumzicken und mal wieder ein paar Tage nicht mit ihm reden. Und das will er auf keinen Fall, denn das tut ja weh.

 

Also verschweigt man in Partnerschaften sehr vieles, was eigentlich dringend angesprochen werden müsste. Immer denkt man, das klärt sich von alleine, wir lieben uns ja. Und genau da liegt die Ursache des Problems und gleichzeitig auch der riesengroße Irrtum. Jeder Partner denkt permanent, alles würde sich schon irgendwie von alleine regeln. Mit der Zeit haben die Partnerin und der Partner oft auch unbewusst einige Strategien entwickelt, wie sie dem anderen gefallen, welche Vorzüge und auch Nachteile der andere mit sich bringt. Man ist einfach der Überzeugung, mit den Macken des Partners umgehen und leben zu können. Dabei hat das Paar inzwischen mittlerweile ernsthafte Beziehungsprobleme. Die beiden Partner müssten sich in dieser Situation mit einem hohen persönlichen Einsatz ihrer schwierigen Partnerschaft annehmen und Lösungen suchen, wie sie diese noch irgendwie retten können.

 

Diese Art mit Problemen umzugehen - oder eben nicht umzugehen - nenne ich hier der Einfachheit halber mal Ignoranz. Man fängt an, die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren, weil man weiß, der Partner mag dies und jenes nicht. Keine Frau und kein Mann kann sein Naturell verleugnen, jedenfalls nicht über einen längeren Zeitraum. Irgendwann bricht es aus einem heraus und man merkt, dass man sich in eine ganz andere Richtung entwickelt hat, als der Partner. All das sind schleichende Prozesse, und die Erkenntnis kommt wie ein Paukenschlag. Und irgendwann stellt man fest, dass es gar nicht mehr zusammen geht. Ich denke mal, es ist einfach so im Leben, dass man sich nie gleich weiterentwickelt. Der eine Partner macht eine schnellere und andere Entwicklung durch als der andere.

 

Am Ende kommt die Erkenntnis: Wir haben unseren Beitrag zu dieser Beziehung beigetragen, gelernt was zu lernen war. Und dann kommt der Punkt, an dem man eben getrennter Wege weiter gehen muss. Denn leider ist das nun mal in unserem Leben so. Wir lernen meistens über den Schmerz. Ganz selten, weil irgendetwas schön war. Wenn wir ehrlich sind, haben uns oft nur Schmerzen geprägt und den Menschen aus uns gemacht, der wir heute sind.

 

Ganz wenige Paare bleiben nach solchen Erkenntnissen zusammen und stehen alles gemeinsam durch und beide Partner entwickeln sich sogar gleich oder sehr ähnlich, sodass eine Harmonische Beziehung daraus wird. Vielleicht sogar bis ans Lebensende. Ich würde sagen, genau dies macht unser Leben aus. Ich habe aus meiner Sicht geschrieben und was für den Mann in meinem Beispiel gilt, trifft genauso für viele Frauen zu.

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